Kompost aus Herbstlaub und Schnittgut herstellen

Im Herbst scheint dein Garten eine Fabrik zu sein, die Abfall produziert. Blätter, verblühte Pflanzen, Schnittgut und der letzte Rasenschnitt. Du kannst das alles in die Biotonne werfen. Aber du kannst auch etwas Schönes daraus machen: Kompost. Dunkle, krümelige Erde, die nach Wald duftet und von der deine Pflanzen im nächsten Jahr zehren werden. Kompostieren ist weniger kompliziert, als es klingt. Du brauchst vor allem einen Platz, ein wenig Geduld und die richtige Mischung.
Was ist Kompost eigentlich?
Kompost ist organisches Material, das von Bakterien, Pilzen, Würmern und anderen kleinen Lebewesen zersetzt wurde. Sie leisten die eigentliche Arbeit. Du sorgst nur dafür, dass sie es gut haben: genug Luft, genug Feuchtigkeit und eine gute Mischung aus Materialien.
Guter Kompost verbessert deinen Boden. Schwerer Lehmboden wird lockerer, sandiger Boden speichert Wasser besser. Und das Bodenleben bekommt reichlich Nahrung. Ein Garten voller Leben beginnt also direkt unter deinen Füßen.
Grün und Braun: die richtige Mischung
Das Geheimnis von gutem Kompost liegt im Verhältnis zwischen grünem und braunem Material. Grünes Material ist feucht und stickstoffreich. Braunes Material ist trocken und kohlenstoffreich. Mit nur Grün erhältst du einen nassen, stinkenden Brei. Mit nur Braun passiert fast nichts.
- Grün: Rasenschnitt, Obst- und Gemüsereste, Kaffeesatz, Teeblätter, frische Pflanzenreste.
- Braun: Herbstlaub, kleingeschnittene Zweige, Stroh, Holzhackschnitzel, Stücke von ungebleichter Pappe.
Eine praktische Faustregel ist etwa ein Teil Grün auf zwei bis drei Teile Braun. Im Herbst hast du oft besonders viel braunes Material übrig. Bewahre einen Sack mit trockenem Laub neben deinem Komposter auf. Dann hast du im Frühjahr und Sommer etwas, das du mit dem ganzen Rasenschnitt mischen kannst.
Was darf auf den Kompost und was nicht?
Fast alles aus dem Garten darf darauf. Es gibt jedoch ein paar Ausnahmen. Diese sorgen nämlich für Gestank, Schädlinge oder Probleme in deinem Garten.
- Nicht hinein: Fleisch, Fisch, Milchprodukte und gekochte Essensreste. Diese ziehen Ratten und Mäuse an.
- Nicht hinein: kranke Pflanzen und Pflanzen mit Pilzbefall. Ein gewöhnlicher Komposthaufen wird oft nicht heiß genug, um Krankheiten abzutöten.
- Besser nicht: Wurzelunkräuter wie Giersch und Quecke sowie Unkraut mit reifen Samen. Ehe du dich versiehst, wächst das Unkraut fröhlich in deinem Beet weiter. Und Unkraut ist ohnehin schon so gut im Wachsen.
- Nicht hinein: Hunde- und Katzenkot sowie Asche aus Kohleöfen.
So kompostierst du Herbstlaub und Schnittgut
Wähle einen guten Platz
Stelle deinen Komposter an einen geschützten Platz im Halbschatten, direkt auf den Boden. So können Würmer und anderes Bodenleben leicht hineingelangen. Zu viel Sonne trocknet den Haufen aus, zu viel Schatten und Nässe machen ihn kalt und matschig. In unserer Kollektion Komposter findest du geschlossene Behälter mit einer Klappe an der Unterseite, Wurmkomposter und Belüftungsplatten.
Zerkleinere es
Je kleiner die Stücke, desto schneller verrotten sie. Schneide Äste mit einer kräftigen Schere aus unserem Sortiment Schneidwerkzeuge in ein paar Zentimeter große Stücke. Dicke Äste verrotten sehr langsam. Diese kannst du besser auf einen Haufen in einer Gartenecke legen. Auch das ist ein schönes Versteck für Igel und Insekten.
Lage für Lage
Beginne unten mit etwas grobem Reisig, damit Luft unter den Haufen gelangen kann. Danach wechselst du Grün und Braun ab. Streue ab und zu eine Schaufel Gartenerde oder reifen Kompost zwischen die Schichten. Damit bringst du direkt das Bodenleben mit ein.
Feucht, nicht nass
Der Haufen sollte so feucht wie ein ausgedrückter Schwamm sein. Ist er zu trocken, gieße etwas Regenwasser darüber. Ist er zu nass, mische trockenes Laub oder Pappstücke unter.
Für Luft sorgen
Kompost benötigt Sauerstoff. Wenn du den Haufen umsetzt, geht der Zersetzungsprozess schneller. Ein- bis zweimal pro Saison mit einer Grabegabel oder Schaufel umzusetzen, reicht aus. Eine Schubkarre ist dabei eine hilfreiche Unterstützung.
Lauberde: Kompost aus reinem Laub
Hast du wirklich viel Herbstlaub? Dann lege separat Lauberde an. Gib das feuchte Laub in einen Drahtbehälter oder in ein paar Säcke mit kleinen Löchern. Stelle sie irgendwo außer Sichtweite auf und vergiss sie. Nach etwa ein bis zwei Jahren hast du wunderbare, lockere Lauberde. Ideal zum Mulchen oder zum Mischen unter Blumenerde für die Anzucht. Laub von Eichen und Buchen verrottet etwas langsamer als das von beispielsweise Linden oder Ahornbäumen.
Wann ist Kompost fertig?
Kompost ist fertig, wenn er dunkel, krümelig und gleichmäßig ist und nach Waldboden riecht. Die ursprünglichen Materialien sind dann kaum noch zu erkennen. Je nach Mischung und Wetter dauert das etwa sechs Monate bis ein Jahr. Im Winter geht es langsamer, da auch das Bodenleben es dann lieber etwas ruhiger mag.
Im Frühjahr streust du eine Schicht Kompost über die Beete und in den Gemüsegarten. Arbeite ihn leicht ein oder lass ihn einfach liegen. Die Würmer ziehen ihn von selbst nach unten. So wird dein Herbstabfall von diesem Jahr zur nächsten Wachstumssaison. Besser geht es nicht.
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